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| Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen: Lügen, bis das Image stimmt
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Interessantes Thema - leider mit zu vielen Wiederholungen
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen: Lügen, bis das Image stimmt (Taschenbuch) Das Thema Grünfärberei (Greenwashing) ist aktueller den je. Beinahe jedes Unternehmen versucht den eigenen Produkten und Dienstleistungen durch umfangreiche Marketingmaßnahmen ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Schnelle Autos, Kohle- und Atomstrom, Reisen im neuen Großraumflugzeug - aus Sicht der Industrie alles kein Problem und auf jeden Fall immer mit einem Gewinn für die Umwelt. Ein wie ich finde interessantes Thema.
Spannend beginnt auch das Buch mit der Einführung "Wie Grünfärberei funktioniert - und warum sie ein Problem ist". In diesem Kapitel erklärt der Autor die Vorgehensweise der Wirtschaft. Großformatige Anzeigen und geschickt ausgetüftelte Imagekampagnen sollen Verbraucher (des-)informieren. Politiker und unkritische Medien werden durch Pressemitteilungen, Lobbyarbeit, gekaufte wissenschaftliche Studien und ähnliches beeinflusst und im Interesse der Wirtschaft instrumentalisiert. Doch leider hat alles gute auch ein Ende, in diesem Buch nach genau 15 Seiten.
Nach der Einführung in das Thema beginnt die Darstellung der zuvor beschriebenen Mechanismen anhand von konkreten Beispielen, nämlich exakt 59 Stück auf 241 Seiten. Diese Beispiele - großteils Werbeanzeigen - sind den Bereichen Autos, Energie, Forschung, Konsum, Medien, Luftfahrt, Ölindustrie und Politik zugeordnet. Die Schwerpunkte liegen dabei eindeutig bei den "üblichen Verdächtigen", der Automobil-, Strom- und Luftfahrtindustrie. Produkte des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Elektronikartikel, ...) dagegen sind deutlich unterrepräsentiert oder finden gar keine Erwähnung. Über alle Bereiche hinweg sind die Beispiele nach Firmenname bzw. Name der Organisation oder des Mediums alphabetisch aufsteigend sortiert. Dadurch soll entweder Objektivität suggeriert (keiner der Greenwashing-Sünder wird benachteiligt) oder der Charakter eines Nachschlagewerks erzeugt werden. Durch die geringe Zahl von Beispielen ist dies jedoch keineswegs möglich, da sicherlich nur wenige Firmen, die im Buch keine Erwähnung gefunden haben, wirklich zu den "Guten" gehören. Leider ist die Sortierung der Beispiele gleichzeitig der größte Schwachpunkt des Buches, da kein Bereich konzentriert "abgearbeitet" wird. Stattdessen ergeben sich häufige Wiederholungen, die beim Lesen zu einigen Ermüdungserscheinungen führen. Die zum großen Teil bereichsspezifischen Greenwashing-Mittel, beispielsweise das Schönrechnen des CO2-Ausstoßes bei Neufahrzeugen, wird mit leichten Variationen insgesamt 9x wiederholt: von Audi (Seiten 31-37) über Bentley (S. 50-53), BMW (S. 65-68), Daimler (S. 103-110), Ford (S. 140-143), Lexus (S. 165-169), Porsche (S. 177-182) und den Verband der Automobilindustrie (S. 255-258) bis zu Volkswagen (S. 259-260). Besser wäre meiner Meinung gewesen, alle genannten Autohersteller in einen Sack zu stecken und einmal richtig drauf zu hauen - schließlich trifft es nie den falschen. Auch ein bereichsübergreifender Vergleich wäre interessant gewesen. Am Beispiel der Automobilindustrie könnten dies einige Diagramme sein, die die tatsächliche Entwicklung des CO2-Ausstoßes der Fahrzeugflotte der kritisierten Hersteller darstellen. Dieselben Diagramme um einige besser agierende Hersteller erweitert, und schon ließe sich das Buch für konkrete Konsumentscheidungen nutzen.
Trotz einiger Schwächen bei der Umsetzung ist das Ziel des Buches, die Enttarnung von Täuschern, Lügnern und deren allzu gutgläubigen Opfern, jedoch sinnvoll. Vielleicht schafft es Toralf Staudt in einem neuen Buch den Fokus mehr auf das große Ganze statt einzelner, plakativer Detailbeispiele zu richten. Auch eine bessere Orientierung am täglichen Bedarf und damit dem tatsächlich beeinflussbaren Einkaufsverhalten der Menschen wäre wünschenswert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. Januar 2010 | | |
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